Das Lachen ist seine „Superkraft“
Pfarrer Uwe Neumann wurde in den Ruhestand verabschiedet

Pfarrer Uwe Neumann (vorne 2. v. l.) wurde in der Kilianikirche Höxter von Synodalassessor Gunnar Wirth (vorne 3. v. l.) in den Ruhestand verabschiedet. Mit dabei waren Ehefrau Pfarrerin Astrid Neumann (vorne 1. v. l.), Kolleginnen und Kollegen, Mitglieder des Presbyteriums und katholische Amtsbrüder.
Foto: EKP/Oliver Claes
Höxter. (ekp) In diesem Gottesdienst in der Kilianikirche gab es einige musikalische Überraschungen, es wurde viel gelacht, die Grußworte umrahmte ein Quizz, und es gab leckeres Essen. Das alles passte genau zur Person von Uwe Neumann (66), der als Pfarrer im Bezirk Höxter der Evangelischen Weser-Nethe-Kirchengemeinde in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Pfarrer Gunnar Wirth, Synodalassessor des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, der den Gemeindepfarrer von seinen Aufgaben entpflichtete, hob besonders Neumanns herzhaftes, lautes Lachen als seine „Superkraft“, die unglaubliche Offenheit für Begegnungen mit Menschen und den Leitgedanken eines Gemeindeaufbaus durch Essen und Trinken hervor. Bei schweren Themen habe Neumann aber auch mit großer Ernsthaftigkeit zuhören können und mehr als einmal „Tränen der Solidarität“ gezeigt.
Begegnungen mit Menschen gehörten zum Beruf des Pfarrers. Diese Begegnungen seien oft sehr dicht und berührend. „Ich bin unendlich dankbar, dass diese Menschen heute Teil meines Lebens sind, betonte Uwe Neumann. Gerne erinnere er sich an schöne Gottesdienste in der Advents- und Weihnachtszeit, an die Kinderbibeltage und das Jubiläum der Kilianikirche im letzten Jahr. Anfangs habe er mit dem Gedanken an den Ruhestand gehadert, inzwischen sich aber damit versöhnt. „Kirche hat sich sehr verändert. Bei den weiteren Veränderungen sind jetzt die Jüngeren an der Reihe“, so Neumann.
„Wir haben viel zusammen gelacht und manches auf den Weg gebracht“, zog Pfarrer Tim Wendorff, Kollege Neumanns im Pfarrbezirk Höxter, Bilanz. Und das trotz Krisen wie Corona und Haushaltssicherung der Gemeinde, die es dem Team nicht immer leicht gemacht hätten.
An der Verabschiedung nahmen auch Vertreter von Politik und katholischen Kirchengemeinden aus Höxter und Beverungen teil. In Grußworten unterstrichen Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek und Pfarrer Frank Grunze Uwe Neumanns Offenheit und Humor in der ökumenischen Zusammenarbeit. Ein besonderer Gast war Pfarrer im Ruhestand Günter Struck aus Telgte, bei dem Uwe Neumann sein Vikariat absolviert hatte, und der einige lustige Erinnerungen an den jungen Vikar beisteuerte.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kreiskantor Florian Schachner, dem Posaunenchor der Gemeinde, einer Band und Sängerinnen und Sängern des Gospelchores „be voices“.
Im Ruhestand wird Uwe Neumann weiter mit seiner Ehefrau Astrid, die Pfarrerin in Beverungen ist, dort wohnen. Er möchte jetzt wieder mehr Bücher und Comics lesen, Kochen und neue Rezepte ausprobieren und sein ehrenamtliches Engagement im Beverunger Seniorennetzwerk ausbauen. Und für die Kirchengemeinde bleibe er weiter ansprechbar. Für den Gottesdienst an Heiligabend ist er schon fest eingeplant.
Uwe Neumann war im November 2020 in die vierte Pfarrstelle der Evangelischen Weser-Nethe-Kirchengemeinde Höxter eingeführt worden. Insgesamt war er 35 Jahre im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn tätig – mit verschiedenen Aufgaben als Gemeinde-, Jugend- und Schulpfarrer. Von 1991 bis 2008 war er Gemeindepfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Beverungen. Jugendpfarrer des Kirchenkreises im Nebenamt war er von 2004 bis 2008. Dann wechselte er in den Schuldienst und war bis 2020 an Schulen in Brakel, Höxter und Warburg tätig.
