Der Ostfriedhof hat jetzt ein Insektenhotel
Ein praktischer Beitrag zum Artenschutz

Engagiert für Nachhaltigkeit und Artenschutz (v. l.): Pfarrer Oliver Peters, Ev. Kirchengemeinde Schloß Neuhaus, eine Teilnehmerin, Tobias Happe, Friedhofsgärtner, Marcus Foerster, Leiter NABU BNE-Regionalzentrum Bad Lippspringe, ein Teilnehmer (vorne hockend), Cordula Babin, Friedhofsgärtnermeisterin Ost und Westfriedhof Paderborn, Dr. Stefanie Kolbusa, Ev. Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Paderborn (vorne hockend) und Michael Kriesten, stellvertretender Amtsleiter des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen, Sachgebietsleiter Friedhöfe.
Foto: EKP/Jan-Hendrik Noll
Paderborn. (ekp) Der Paderborner Ostfriedhof bietet Insekten jetzt ein Hotel. Entstanden ist es auf dem Friedhof im Rahmen eines zweitägigen Seminars zum Thema Artenschutz. Die elf Teilnehmenden haben es aus recycelten Materialien gebaut, um einen praktischen Beitrag zu leisten.
Das Insektenhotel gibt Insekten, besonders Wildbienen, einen Ort zum Nisten und Überwintern. Wildbienen sind wesentlich für die Bestäubung von Pflanzen und damit für die Sicherung der menschlichen Nahrung.
Veranstalter des Artenschutz-Seminars war die Evangelische Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Paderborn in Kooperation mit den städtischen Friedhöfen Ost- und Westfriedhof Paderborn und dem NABU BNE-Regionalzentrum Bad Lippspringe.
„Das Seminar hat gezeigt, dass jede und jeder mit den eigenen Fähigkeiten und Kenntnissen einen Beitrag zum Artenschutz leisten kann. Unser Ziel war es, das Leben auf dem Friedhof zu unterstützen und die Bedeutung der Natur im Alltag zu betonen“, sagte Dr. Stefanie Kolbusa, Leiterin der Ev. Erwachsenenbildung.
„Mit dem Insektenhotel unterstützen wir Insekten. Gleichzeitig hilft es auch den Menschen, die den Ostfriedhof besuchen und darüber ins Gespräch kommen“ erklärte Friedhofsgärtnermeisterin Cordula Babin. Für sie ist der Friedhof ein einzigartiger Rückzugsraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Über das gelungene Resultat der Kooperation freut sich auch Michael Kriesten, stellv. Leiter des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen. Er wünscht sich weitere gemeinsame Aktionen dieser Art auf anderen städtischen Flächen.
Die Anlage von Blühflächen, naturnahe Grabgestaltung und verschiedene Nistmöglichkeiten seien von großer Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt, unterstrich Marcus Foerster, Leiter des NABU BNE-Regionalzentrum. „Wir freuen uns, dass wir mit diesem Kooperationsprojekt einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität auf dem Friedhof leisten konnten.“
Um Gottes Segen für die Wildbienen, die keinen Honig sammeln und doch so viel für die Schöpfung tun würden, bat Pfarrer Oliver Peters, Evangelische Kirchengemeinde Schloß Neuhaus. Für ihn ist der Friedhof ein wunderbarer Ort für ein Wildbienenhotel. Es sei ein Ort der Trauer und der Erinnerung und zugleich ein Ort voller Leben. „Wo wir Raum schaffen, kann Leben entstehen“, sagte Peters in seiner Andacht zur Einweihung. „Darum ist dieses kleine Wildbienenhotel vielleicht mehr als ein Naturschutzprojekt. Es ist ein kleines Zeichen. Gegen die Gleichgültigkeit. Für die Vielfalt“, so der Pfarrer.
Von Anfang an waren bei der Einweihung auch die mit dabei, um die es bei dem Projekt geht. Die Wildbienen summten um ihr neues Zuhause und um die Bienentränke aus Sandstein und Moos, die Friedhofsgärtner Tobias Happe gestaltet hat.



