Glaube auf festem Grund

Mittendrin

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Wie das Fundament für ein großes Gebäude gelegt wird, kann man derzeit in unserer Nachbarschaft gut beobachten. Die Baustelle der Stadtverwaltung bietet Einblicke, wie ein Haus auf sicheren Grund gebaut wird mit Schotter, Eisen und Beton.

Nicht nur Häuser, auch der Glaube braucht eine sichere Grundlage. In der Reformation ist für Martin Luther diese Einsicht besonders wichtig geworden, dass Christus selbst das Fundament des Glaubens ist: „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1. Korinther 3, Vers 11) Seine Lehre, sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung sind die Basis des Glaubens.

Das bedeutet für Luther: nicht die eigene Leistung, nicht die Verdienste der Kirche, nicht die Institution, sondern allein Christus, „solus Christus“, ist der sichere Grund. Auf diesem Fundament entsteht die Vielfalt des persönlichen Lebens und Glaubens. Für Luther ist dieser Glaube eine „lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade“.

Aber nicht nur der einzelne Mensch, sondern auch eine Gesellschaft braucht eine solide Basis für das Leben in der Gemeinschaft. Doch das Fundament ist brüchig geworden. Menschenwürde und Respekt, Freiheit und Toleranz, Eigentum und persönliche Integrität werden zunehmend in Frage gestellt und missachtet. Demütigung und Gewalt, Verachtung von Andersdenkenden, Hass und Neid spiegeln sich auch in öffentlichen Auseinandersetzungen.

Reformation bedeutet Erneuerung und Rückbesinnung auf die christlichen Werte. Sie sind bedeutsam für den persönlichen Glauben, die Erziehung unserer Kinder und das gesellschaftliche Zusammenleben. Haben wir den Mut, für diese Werte einzutreten!

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Bezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn

Der Beitrag ist erschienen im Westfälischen Volksblatt Paderborn am Samstag, 31. Oktober 2026.