Kandidatin für das Amt der Superintendentin
Pastorin Silke Kuhlmann möchte Kirche von den Menschen her denken

Synodalassessor Gunnar Wirth (v. l.), Pastorin Silke Kuhlmann und Pfarrer Claus-Jürgen Reihs bei der Synodalversammlung im Stephanus-Haus Borchen. Hier stellte sich die Kandidatin den Synodalen des Kirchenkreises Paderborn vor.
Foto: EKP/Oliver Claes
Borchen/Kreis Paderborn/Kreis Höxter (ekp). Pastorin Silke Kuhlmann (43) aus Fischerhude (bei Bremen) kandidiert für das Amt der Superintendentin im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn. Auf einer Synodalversammlung im Stephanus-Haus in Borchen stellte der Nominierungsausschuss Kuhlmann vor. Im Anschluss an ihren Vortrag zum vorgegebenen Thema „Wohin kann der Ev. Kirchenkreis Paderborn geistlich wachsen?“ beantwortete die Kandidatin die Fragen der Synodalen.
Für den Vorsitzenden des Nominierungsausschusses, Pfarrer Claus-Jürgen Reihs, ist Pastorin Silke Kuhlmann eine passende Kandidatin. „Sie hat den Nominierungsausschuss mit ihrer Vorstellung überzeugt.“ Aus den Bewerbungen in zwei Durchgängen der Stellenausschreibung schlägt der Ausschuss Kuhlmann als einzige Kandidatin vor.
Geistliches Wachstum lasse sich nicht verordnen, Kirche könne es nicht machen, denn es sei Gottes Werk, betonte Silke Kuhlmann in ihrem Vortrag. „Aber wir können als Kirche Räume schaffen, in denen Menschen offen werden für Gottes Wirken.“ Menschen befähigen, Gott zu begegnen, das sei der Kern des kirchlichen Auftrags. Für Kuhlmann sind nicht Mitgliederschwund, Finanzlage und Gebäudefragen die größten Herausforderungen der Kirche. „Die eigentliche Herausforderung liegt tiefer. Ich glaube, wir verlieren an vielen Stellen unsere geistliche Sprachfähigkeit.“
Kuhlmann möchte Kirche von den Menschen her denken, nicht von den Gebäuden, in einer geistlichen Dimension und nicht nur strukturell. „Denn Menschen schließen sich selten einer Institution an. Menschen lassen sich von Menschen begeistern.“ Die Zukunft der Kirche werde da entschieden, wo Menschen leben: auf Märkten, in Vereinen, im digitalen Raum.
Angesichts geringer werdender Spielräume müssten Entscheidungen getroffen werden; nicht alles Bekannte könne bewahrt werden. Geistliches Wachstum entstehe dort, wo Kirche ihre Kräfte auf das Wesentliche konzentriere, ist Kuhlmann überzeugt. Den Kirchenkreis versteht Kuhlmann als ein Netzwerk, in dem Gemeinden, Regionen, Dienste und Einrichtungen ihre Erfahrungen und Ressourcen teilen würden.
Silke Kuhlmann ist in Rotenburg (Wümme) geboren und in einem norddeutschen Pfarrhaus aufgewachsen. Das Studium der evangelischen Theologie führte sie nach Kiel, Prag, Tübingen und Göttingen. Ihr Vikariat absolvierte sie in Walsrode. Stationen als Gemeindepastorin waren Fallingbostel und Bommelsen. Seit 2017 ist sie in der Kirchengemeinde Fischerhude tätig. Im Kirchenkreis Verden arbeitet sie seit acht Jahren im Kirchenkreisvorstand mit, seit vier Jahren ist sie stellvertretende Superintendentin. Außerdem ist Kuhlmann Gemeindeberaterin und Organisationsentwicklerin. Kuhlmann ist verheiratet und Mutter von vier Kindern im Alter zwischen 11 und 17 Jahren. Kunst, Musik und Singen begeistern sie, zu ihren Hobbys gehört das Nähen.
Wahlsynode am 15. Oktober in Elsen
Die Wahl für das Amt der Superintendentin/des Superintendenten erfolgt auf der nächsten Synode des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. Diese findet als Wahlsynode statt am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 18.30 Uhr in der Erlöserkirche, Urbanstraße 36 in Paderborn-Elsen. Bis zum Beginn der Wahlhandlung können stimmberechtigte Synodale weitere Wahlvorschläge schriftlich einbringen. Die Tagung ist öffentlich. Nach der Wahl muss diese durch die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) bestätigt werden. Anschließend werden die Termine für die Amtseinführung und den Dienstbeginn festgelegt.
Das Leitungsamt im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn ist neu zu besetzen, weil der bisherige Superintendent Volker Neuhoff nach mehr als zehn Jahren im Amt zum 1. September 2026 in den Ruhestand gegangen ist. Bis zur Wiederbesetzung der Stelle führt Synodalassessor Gunnar Wirth die Amtsgeschäfte.
Die rund 100 Synodalen vertreten 13 evangelische Kirchengemeinden und die gemeinsamen Dienste des Kirchenkreises. Der Kirchenkreis Paderborn zählt 70.000 evangelische Christinnen und Christen in den Kreisen Höxter und Paderborn sowie in Lügde im Kreis Lippe.
