Sarah Vecera ruft zur Auseinandersetzung mit Rassismus auf
Ev. Erwachsenenbildung hatte zur Lesung mit Musik und Austausch eingeladen

Bei der Lesung im Paul-Gerhardt-Haus: (v. l.) Prof. Dr. Harald Schroeter-Wittke, Sarah Vecera, Dr. Stefanie Kolbusa (Regionalstelle Paderborn Ev. Erwachsenenbildung), Matthias Zimoch (ADA-Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit) und Friederike Horgan (DemokratieBüro).
Foto: Mareike Antepoth, DemokratieBüro
Paderborn. (ekp) Zu einer Lesung mit Sarah Vecera hatte die Regionalstelle Paderborn der Evangelischen Erwachsenenbildung unter dem Titel „Wie ist Jesus weiß geworden?“ eingeladen. Rund 60 Besucherinnen und Besucher waren zu der Veranstaltung mit Musik und Austausch im Paderborner Paul-Gerhardt-Gemeindehaus gekommen. Sie fand im Rahmen der Aktionswochen gegen Rassismus im Kreis Paderborn statt.
Sarah Vecera ist Theologin, Religionspädagogin und Referentin für Anti-Rassismus und Intersektionalität in der Abteilung Advocacy der Vereinten Evangelischen Mission. Ihr Schwerpunkt ist das Thema Rassismus und Kirche; ihre Vision ist eine Kirche, in der sich alle Menschen willkommen und nicht „fremd“ fühlen. Vecera ist Autorin von „Wie ist Jesus weiß geworden? Mein Traum von einer Kirche ohne Rassismus“ und „Gemeinsam anders – für eine vielfältige und gerechte Zukunft“. Sie initiierte zudem die „Alle Kinder Bibel“.
Sarah Vecera erklärte, dass es ihr nicht nur um Rassismus, sondern auch um andere Formen von Diskriminierung gehe. In der Kirche sei das Machtgefälle ein Problem. Menschen mit einem anderen Aussehen würden als Hilfsbedürftige angesehen, ihnen würde nicht auf Augenhöhe begegnet, sie würden zu einem „Gebetsanliegen“. Sarah Vecera ruft dazu auf, dem Thema Rassismus ohne Scham zu begegnen. Die Auseinandersetzung damit sei unbequem, aber notwendig, um zugrundeliegende Annahmen und Machtverhältnisse offen zu legen.
Musikalisch begleitet wurde die Lesung am Klavier von Harald Schroeter-Wittke (Professor am Institut für Evangelische Theologie der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn). Er spielte Stücke von Robert Nathaniel Dett (1882-1943); der erste Afroamerikaner, der den Grad eines Bachelor of Music erreichte.