Verlässliche Anlaufstelle in schwierigen Lebensphasen
Telefonseelsorge Paderborn feiert 40 Jahre der Hilfe und des Zuhörens

Bei der Jubiläumsfeier (v. l.): Stv Bürgermeisterin der Stadt Paderborn Stefanie Harth, Landrat Christoph Rüther, Geschäftsführer Gemeindeverband Kath. Kirchengemeinden OWL Detlef Müller, Pfarrer Dr. Thomas Witt, Leiterin Telefonseelsorge Paderborn Evelyne Waithira Müller, Stv. Leiterin Telefonseelsorge Paderborn Dorothea Wahle-Beer und Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Paderborn Volker Neuhoff.
Foto: Telefonseelsorge Paderborn
Paderborn. Seit 40 Jahren ist die Telefonseelsorge Paderborn eine verlässliche Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebensphasen. Bei der Jubiläumsfeier im Forum St. Liborius, an der rund 100 Gäste teilnahmen, wurde vor allem eines gewürdigt: der unermüdliche Einsatz der vielen Ehrenamtlichen, die rund um die Uhr zuhören, wenn Menschen in Not nach Unterstützung suchen
„Wir sind jeden Tag, rund um die Uhr, für alle da, die Hilfe brauchen“, erklärt Evelyne Waithira Müller, Leiterin der Telefonseelsorge Paderborn. In den vergangenen vier Jahrzehnten wurden über 476.000 Gespräche geführt, eine beeindruckende Zahl, die durch das Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ermöglicht wurde.
Die Telefonseelsorge in Paderborn ist Teil eines deutschlandweiten Netzwerks von 105 Beratungsstellen, getragen von der katholischen und evangelischen Kirche. Das Konzept hat sich weiterentwickelt – von einem rein telefonischen Angebot hin zu einer breiteren Palette von Hilfsangeboten über Chat und E-Mail. Eines jedoch ist geblieben: Am anderen Ende der Leitung ist immer ein Mensch, der zuhört.
„Gerade in einer zunehmend digitalen Welt ist es wichtiger denn je, dass Menschen echte menschliche Resonanz erfahren“, so Dorothea Wahle-Beer, stellvertretende Leiterin der Telefonseelsorge Paderborn. „Auch wenn künstliche Intelligenz heute eine Rolle spielt, kann sie das echte Gespräch und die menschliche Nähe nicht ersetzen.“
Die Themen, die Anrufer beschäftigen, sind vielfältig – doch häufig geht es um Einsamkeit, psychische Belastungen oder Konflikte im sozialen Umfeld. Die Aufgabe der Seelsorgenden ist es dabei, nicht Lösungen vorzugeben, sondern zuzuhören – respektvoll, wertfrei und mit einer offenen Haltung.
„Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind das Herzstück unserer Arbeit“, betont Müller. Wer sich engagieren möchte, durchläuft eine 15-monatige Ausbildung, die sowohl fachliche als auch persönliche Kompetenzen vermittelt. Mit Blick auf die Zukunft hofft die Telefonseelsorge Paderborn, auch weiterhin Menschen zu gewinnen, die sich in der wertvollen Aufgabe des Zuhörens engagieren. „Unsere Arbeit lebt von der Bereitschaft, Zeit zu schenken und füreinander da zu sein“, so Müller. „Es ist eine Aufgabe, die heute genauso notwendig ist wie vor 40 Jahren.“