Was gut ist

Mittendrin

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Als Jugendwort des Jahres 2026 wurde von rund einer Million Jugendlichen der Anglizismus „ragebait“ ausgewählt. Damit sind Beiträge auf social media oder im Internet gemeint, die absichtlich provozieren wollen, um Wut und Aufregung damit auszulösen.

Solche „Wutköder“ können Falschmeldungen oder ganz abwegige Meinungen sein, um möglichst viele Kommentare, Aufrufzahlen oder Zustimmungen zu erzielen. Gerade die negativen oder außergewöhnlichen Meldungen werden mit besonderer Aufmerksamkeit wahrgenommen. Gute Nachrichten werden hingegen meist weniger beachtet. Dabei sind gerade sie es, die unser Leben stützen und stärken.

Der Prophet Micha hat im 8. Jahrhundert vor Christus dazu aufgerufen, das Gute zu tun und wahrzunehmen. Das Wort für den morgigen Sonntag lautet: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6, Vers 8)

Was ist gut? Alles, was das menschliche Zusammenleben in einer Gemeinschaft fördert: Fürsorge, Hilfe und gegenseitige Unterstützung, der Schutz für Schwächere, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Für den Propheten Micha ist der Maßstab für die Beurteilung des Guten das Wort Gottes, die Liebe und die Demut vor Gott.

Nicht gut sind Egoismus und Rücksichtslosigkeit, Gewalt und Unterdrückung, Lüge und Verleumdung. Wut und Empörung können leicht in Hass und Neid umschlagen, wenn sie auf falschen Voraussetzungen beruhen. Die Liebe und eine respektvolle Haltung vor Gott können uns davor bewahren, den negativen Versuchungen nachzugeben.

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Bezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn

Der Beitrag ist erschienen im Westfälischen Volksblatt Paderborn am 17. Oktober 2026.