„Wer Ostern kennt, …“

Mittendrin

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

In den TV-Interviews mit Politikern wird gern die Methode angewandt, einen Satz zu vervollständigen. „Wer Ostern kennt, …“ Wie würde ich diesen Satz fortsetzen? „… freut sich über freie Tage.“ Oder: „… feiert ein christliches Fest.“ Oder: „… glaubt an die Auferstehung.“ Dem Theologen Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde, ist dieser Satz zugeschrieben worden: „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.“

Eine mutige Formulierung. Denn es gibt genügend Gründe, in unserer Gegenwart zu verzweifeln: an der fehlenden Friedensfähigkeit der Menschen, an der mangelnden Einsicht der Mächtigen, auf Gewalt zu verzichten, in einer persönlichen Notsituation.

Was macht Bonhoeffer so gewiss, nicht zu verzweifeln? Auch er kennt die nahezu ausweglose Situation, in die er durch die Haft der Geheimen Staatspolizei geraten war. Seine Briefe aus der Zelle sind Zeugnisse eines Glaubens, der auch im Zweifel an Gott festhält. Ostern ist für ihn die „Botschaft von der Umkehrung aller Dinge“. „Von der Auferstehung her leben – das heißt doch Ostern.“

Dabei weiß Bonhoeffer, das der Glaube auch in Zweifel oder Anfechtung geraten kann. Dem stellt er seine Hoffnung auf Gottes Hilfe und Beistand entgegen. In seinem Bekenntnis des Glaubens sagt er: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.“ So könnte dieser Satz auch zu unserem Bekenntnis werden: „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.“

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Bezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn

Der Beitrag ist erschienen im Westfälischen Volksblatt Paderborn am 11. April 2026.