Wer sind „wir“?

Mittendrin

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

Pfarrer Dr. Eckhard Düker. Foto: Diana-Jill Mehner

„Wir sind 2026“. So lautet das offizielle Motto der Fußballweltmeisterschaft 2026. Mit dem „wir“ sind die drei Länder USA, Kanada und Mexiko gemeint, in denen die Spiele ausgetragen werden. Bei einer Fußballmeisterschaft steht das „wir“ immer hoch im Kurs. Denn jede Nation fiebert mit der eigenen Mannschaft mit. Ob es dann ein Sommermärchen wird, hängt vom weiteren Verlauf ab. Das „wir“ spiegelt sich in der Begeisterung in gemeinsamen Hoffnungen und Wünschen bei Erfolgen, aber auch in Enttäuschungen bei Niederlagen. Kollektive Freude oder Trauer liegen im Sport oft dicht beieinander.

Das „wir“ beschreibt eine Gemeinschaft. Die Familie, der Freundeskreis, eine Stadt oder ein Land können sich als „wir“ verstehen. Auch die Kirche ist eine Gemeinschaft.

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Das schreibt der Apostel Paulus im Brief an die Gemeinde in Ephesus (Kap 4, 19). Für ihn ist klar: Die christliche Gemeinde ist keine abgeschlossene Gruppe. Sie ist offen und einladend gegenüber neuen Mitgliedern. Sie ist offen für Menschen aller Nationen und Sprachen.

Der Heilige Geist verbindet die Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Denn das Evangelium richtet sich an alle Menschen. Das ist die Grunderfahrung von Pfingsten. Möge dieser Geist der Völkerverständigung auch das Miteinander in dieser Fußball-Weltmeisterschaft im Wettbewerb der jeweiligen Mannschaften prägen.

Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Bezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn

Der Beitrag ist erschienen im Westfälischen Volksblatt Paderborn am Samstag, 13. Juni 2026.