Worte haben Wirkung
Mittendrin
Worte haben Wirkung. Das Ja-Wort auf dem Standesamt und in der Kirche begründet eine Ehe. Ein Nein gegenüber einem Menschen, der es nicht gut mit mir meint, kann vor unliebsamen Folgen bewahren. Eine falsche Aussage vor Gericht kann eine Strafe nach sich ziehen. Worte haben Gewicht, wenn sie in bestimmten Situationen ausgesprochen werden. Worte können Türen öffnen oder verschließen. „Ein Wort gleicht der Biene,“ sagt ein Sprichwort. „Es hat Honig und Stachel.“
Wir wissen um die Wirkung der Worte. Manche Worte prallen am Gegenüber ab wie an einem Fels. Sie dringen nicht durch, so sehr wir uns auch bemühen. Andere Worte werden schnell vergessen, als wären sie nie gesprochen worden. Und manche Worte haben es schwer, durch das Dickicht von Vorurteilen und festen Meinungen hindurchzudringen.
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Wort Gottes. Jesus erzählt das Gleichnis vom vierfachen Acker (Lukas 8). Das Wort Gottes ist wie die Saat, die der Bauer aussät. Manches liegt auf dem Fels und kann sich nicht entfalten. Anderes fällt auf den Weg und wird schnell von den Vögeln gefressen. Einiges bleibt im Gestrüpp und wird vom Unkraut überwuchert. Aber einige Samen fallen auch auf fruchtbaren Boden und bringen vielfältige Frucht. Wenn unsere Worte solche positiven Wirkungen entfalten, freuen wir uns. Sie waren nicht vergeblich. Sie haben andere Menschen aufgerichtet, getröstet, gestärkt, ermuntert, ermutigt. Wenn wir aufmerksam für das Wort Gottes sind, können wir auch selbst diese Erfahrung machen. Dann entfalten sie ihren Segen.
Pfarrer Dr. Eckhard Düker, Abdinghof-Bezirk der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Paderborn
Der Beitrag ist erschienen im Westfälischen Volksblatt Paderborn am 7. Februar 2026.
