Zukunftsprozess des Kirchenkreises Paderborn geht in die nächste Phase

Zehn Perspektiven für die Zeit bis 2030 sollen diskutiert werden

Superintendent Volker Neuhoff stellt bei einer Synodalversammlung im Martin-Luther-Zentrum die Vorschläge des Kreissynodalvorstandes zur zukünftigen Ausrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn vor.Foto: EKP/Oliver Claes

Superintendent Volker Neuhoff stellt bei einer Synodalversammlung im Martin-Luther-Zentrum die Vorschläge des Kreissynodalvorstandes zur zukünftigen Ausrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn vor.
Foto: EKP/Oliver Claes

Paderborn/Kirchenkreis (ekp(cla). Der Zukunftsprozess des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn hat eine wichtige Etappe erreicht. Auf einer Synodalversammlung mit 70 Teilnehmenden im Paderborner Martin-Luther-Zentrum stellte der Kreissynodalvorstand (KSV) seine Vorschläge mit zehn Perspektiven für die kommenden Jahre vor. Diese sollen nun auf allen Ebenen im Kirchenkreis, wie den Presbyterien der Kirchengemeinden, den Gemeinsamen Diensten und Ausschüssen, weiter beraten werden.

„In der Mitte der Wegstrecke des Zukunftsprozesses wird keine fertige Vision präsentiert, sondern Perspektiven aufgezeigt, an denen weiterzuarbeiten ist“, erläuterte Superintendent Volker Neuhoff. Er nannte den auf 14 Monate angelegten Prozess „ein hoch ambitioniertes Projekt“ und dankte allen, die sich daran beteiligt haben.

Die Kirche müsse mehr raus, könne gezielt stationär, digital und mobil präsent sein und solle auch in zehn Jahren noch Mittel für ihre aktuellen Schwerpunkte Diakonie und Jugendarbeit, ebenso für Kindertageseinrichtungen und Seelsorge ausgeben, beschrieb Neuhoff den Grundtenor des bisherigen Prozesses. Zudem sei klar gewesen, dass notwendige Einsparungen Innovationen nicht verhindern dürften.

Die Vorschläge des KSV umfassen die Stärkung bzw. Fortsetzung der Schwerpunkte Diakonie und Jugendarbeit des Kirchenkreises, die Fortführung der kirchlichen Trägerschaft für die Kitas, die Einrichtung von Zentren für Religionspädagogik und Seelsorge, Ideen für mobile und digitale Kirche sowie Fundraising, die Aufgabe der Erwachsenenbildung und die Bitte an die Kirchengemeinden, ihren Gebäudebestand drastisch zu reduzieren und auf ökumenische Gebäudenutzungen zuzugehen.

Im Einzelnen wird unter anderem vorgeschlagen, dass die Diakonie wieder eine Zuweisung in Höhe von fünf Prozent der Kirchensteuereinnahmen bekommt, das Jugendreferat um eine Personalstelle erweitert wird und Einsparungen durch die Konzentration der HOT- Finanzierung auf den Standort Borchen erzielt werden. Im Kita-Bereich soll eine Stelle für Religionspädagogik geschaffen werden und Einsparung sich durch die Zusammenarbeit mit anderen Verbünden oder evangelischen Trägern ergeben. Kooperationen mit den benachbarten Kirchenkreisen werden für die Bereiche Schulreferat/Mediothek und Fundraising vorgeschlagen. Zusammengefasst ergibt sich durch die vorgeschlagenen Einsparungen, Investitionen und Erträge eine Einsparung in Höhe von rund 850.000 Euro.

Die Vorschläge des KSV als PDF: Handout-Synodalversammlung

Entwickelt haben die Mitglieder des KSV diese Vorschläge aus den Ergebnissen mehrerer Zukunftswerkstätten, Treffen des „Fokus-Teams“, das sich mit den finanziellen Möglichkeiten des Kirchenkreises auseinandergesetzt hat, des „Dream Teams“, das Szenarien für die evangelische Kirche in der Region im Jahr 2030 entwickelt hat und einer Online-Umfrage zur Zukunft der Kirche. Insgesamt haben sich über 1.000 Menschen auf unterschiedliche Weise an diesem Zukunftsprozess beteiligt, der von der Stiftung xpand begleitet wird.

So geht es mit dem Beratungsprozess weiter: Einen Zwischenstand der Diskussion gibt es auf der Synode am 25. August. Es folgen eine weitere Runde der Diskussion in den Gremien, ein Austausch der beteiligten Teams und des KSV sowie eine zweite Synodalversammlung am 8. November. Die Beschlüsse zu den Vorschlägen über die zukünftige Ausrichtung des Kirchenkreises sind für die Synode am 1. Dezember geplant.

Hintergrund des Zukunftsprozesses im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn ist ein dauerhaftes strukturelles Defizit in allen Bereichen der Arbeit von Kirchengemeinden und Kirchenkreis von rund 1 Million Euro. Zugleich werden für die kommenden Jahre weitere Rückgänge bei den Gemeindegliederzahlen und sinkende Kirchensteuereinnahmen erwartet.

Zum Kirchenkreis Paderborn gehören 14 Kirchengemeinden mit 75.000 evangelischen Christinnen und Christen in den Kreisen Höxter und Paderborn sowie in Lügde im Kreis Lippe.

Bei der Synodalversammlung: (v. l.) Dr. Hubertus von Stein (Stiftung xpand) und die KSV-Mitglieder Wolfgang Neumann, Wolfgang Dzieran, Evelyne Schubert, Irmgard Alboth, Jürgen Engelmann, Rolf Hellweg, Gunnar Wirth und Superintendent Volker Neuhoff. Foto: EKP

Bei der Synodalversammlung: (v. l.) Dr. Hubertus von Stein (Stiftung xpand) und die KSV-Mitglieder Wolfgang Neumann, Wolfgang Dzieran, Evelyne Schubert, Irmgard Alboth, Jürgen Engelmann, Rolf Hellweg, Gunnar Wirth und Superintendent Volker Neuhoff.
Foto: EKP

 

Dr. Hubertus von Stein (Stiftung xpand) moderierte die Synodalversammlung mit 70 Teilnehmenden im Paderborner Martin-Luther-Zentrum.Foto: EKP/Oliver Claes

Dr. Hubertus von Stein (Stiftung xpand) moderierte die Synodalversammlung mit 70 Teilnehmenden im Paderborner Martin-Luther-Zentrum.
Foto: EKP/Oliver Claes