Bundeskongress der Räte der Religionen
2027 findet die Tagung in Paderborn und Bad Lippspringe statt

Die Delegierten bei dem Bundeskongress Räte der Religionen in Stuttgart.
Foto: Niko Deeg/Bundeskongress Räte der Religionen
Stuttgart/Paderborn/Bad Lippspringe. Die nächste Tagung des Bundeskongresses der Räte der Religionen (BKRR) findet am 5. und 6. September 2027 in Paderborn und Bad Lippspringe statt.
Das wurde auf der 9. Jahrestagung des Bundeskongresses der Räte der Religionen beschlossen. Sie fand am 11. und 12. Oktober 2026 mit mehr als 90 Teilnehmenden aus 45 Städten in Stuttgart statt.
Neu in den Sprecher*innenrat des Kongresses wurden Antje Lütkemeier (Bad Lippspringe) und Jan Schumacher (Paderborn) gewählt. Dem neu gewählten Gremium gehören außerdem an: Monika Bunk (Marburg), Susanne Jakubowski (Stuttgart), lssmaail Mouliji (Potsdam), Prof. Dr. Wolfgang Reinbold (Hannover) und Prof. Dr. Joachim Valentin (Frankfurt).
Beim öffentlichen Abendempfang zur Jahrestagung in Stuttgart im Weißen Saal des Neuen Schlosses waren unter anderem der baden-württembergische Sozialminister Oliver Hildenbrand und der Stuttgarter Bürgermeister Dr. Clemens Maier anwesend. Beide betonten die Bedeutung der Räte der Religionen, deren Dialoge „gelebte Demokratie“ darstellten. BKRR-Sprecherin Monika Bunk erklärte, interreligiöser Dialog sei „keine nette Zugabe zum gesellschaftlichen Leben, sondern ein wichtiger Beitrag zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, demokratischer Teilhabe und einem friedlichen Miteinander“. Musikalisch gerahmt wurde der Abend vom interkulturellen Ensemble Trimum und dem Projekt „Wie klingt, was du glaubst?“ mit rund 80 Beteiligten aus Stuttgart und der Partnerstadt Straßburg unter der Leitung von Alon Wallach.
Den Hauptvortrag hielt der baden-württembergische Landesbeauftragte gegen Antisemitismus Dr. Michael Blume. Er mahnte, auch die bösen Seiten der eigenen religiösen Tradition zur Kenntnis zu nehmen und sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Religion sei immer beides, „Bedrohung“ und „bedroht“. Ziel müsse es sein, einen positiven Bezug zur eigenen Identität zu entwickeln, ohne die Probleme zu verleugnen. Am Ende gehe es darum, sich im Dialog mit Menschen anderer Religion und Herkunft auf das Verbindende zu konzentrieren. Blume hielt auch einen Workshop am zweiten Tag des Kongresses. Thema war hier die Frage des Umgangs mit Menschen, die an Verschwörungserzählungen glauben. Dabei sei es wichtig, eigene Grenzen zu wahren, aber zugleich weiter als Anker außerhalb der eigenen Blase ansprechbar zu bleiben. Weitere Workshops widmeten sich den Themen Jugendarbeit, Social Media und Friedenspotential der Religionen.
„Der Bundeskongress in Stuttgart hat gezeigt, wie wichtig der interreligiöse Dialog in Deutschland ist. Egal an welchem Ort und in welcher Religionsgemeinschaft, es begegnen uns die gleichen Themen. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir im kommenden Jahr das Jubiläum des Bundeskongresses in Deutschland ausrichten können“, berichtete Jan Schumacher, Dekanatsreferent, Dekanat Paderborn und Sprecher des Forum der Religionen Paderborn.